Mobile Kleintierkardiologie
Dr. med. vet. C. Schinner-Peters
Tierärztin
Zusatzbezeichnung Kardiologie (Kleintiere)

Wann braucht Ihr Tier einen Herzspezialisten?

 

1. Früherkennung angeborener Herzerkrankungen beim Welpen

 

altWenn beim Haustierarzt ein Herzgeräusch gehört wurde, sollte ein betroffener Welpe unbedingt zeitnah von einem Herzspezialisten untersucht werden. Es könnte eine angeborene Herzerkrankung vorhanden sein, die problemlos mittels minimalinvasiven Eingriffen geheilt werden kann. Natürlich gibt es beim Welpen auch physiologische Herzgeräusche, dennoch sollte definitiv nicht abgewartet werden, bis das Herzgeräusch verschwindet! Auch Welpen, die kleiner sind als Wurfgeschwister sowie leistungsschwache Tiere sollten unbedingt weiter abgeklärt werden.

2. Zuchtuntersuchung und Screening prädisponierter Rassen

 

altVon vielen Zuchtvereinen werden sinnvoller Weise Untersuchungen auf Freiheit von Herzfehlern vorgeschrieben. Viele Hunde- und Katzenrassen haben eine Prädisposition für bestimmte Herzerkrankungen. Bitte informieren Sie sich bei Ihrem Zuchtverein! Für das empfohlene Screening bei Rassehunden -und Katzen ist ebenfalls modernste Ultraschalltechnologie und Erfahrung nötig, die Sie beim Tierkardiologen bekommen werden. Zur Diagnostik anderer Ursachen einer Dickenzunahme des Herzens ist auch bei der Zuchtuntersuchung eine Blutdruckmessung bei Bedarf sinnvoll. Seit November 2011 besitze ich die offizielle Paw-Peds-Zulassung zur Untersuchung auf hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) bei Rassekatzen. Informieren Sie sich auch auf der Homepage von PawPeds: http://pawpeds.com 

3. Sie oder ihr Haustierarzt haben einen konkreten Verdacht auf eine Herzerkrankung ODER BLUTHOCHDRUCK?

 

Katzen:

  • Ihr Haustierarzt hat ein Herzgeräusch bei Ihrer Katze festgestellt? Katzen können gutartige und bösartige Herzgeräusche haben.  Um zu wissen, ob und welche Erkrankung vorliegt, muss ein Herzultraschall durchgeführt werden. Ein Röntgenbild reicht hier nicht aus.
  • Ihr Haustierarzt hat einen Galopprhythmus oder eine Arrhythmie bei Ihrer Katze festgestellt? Diese sind hinweisend für eine Kardiomyopathie. Zögern Sie nicht eine Herzabklärung durchführen zu lassen.
  • Ihr Haustierarzt hat ein vergrößertes Herz im Röntgen festgestellt? Ihre Katze sollte in jedem Fall zeitnah weiter kardiologisch abgeklärt werden.
  • Ihre Katze hat Atemprobleme? Ein Herzproblem könnte eine mögliche Ursache sein. Eine Abklärung ist dringend notwendig!  

 

Verhaltensweisen der Katze, die womöglich auf Bluthochdruck hinweisen:

  • Viel trinken, lange auf dem Katzenklo sitzen (Nierenerkrankung)      
  • Gewichtsverlust und Herzrasen und Hyperaktivität bei lteren Katzen (Überfunktion der Schilddrüse - Hyperthyreose)                                                                                                                            
  • Unspezifische Symptome: reduziertes Allgemeinbefinden, mangelnde Futteraufnahme, Depression (häufig im Zusammenhang mit einer Herzerkrankung infolge von Bluthochdruck)                
  • Atemnot  (Herzerkrankung infolge Bluthochdruck)                                                                                    
  • plötzliche Blindheit (Folge des Bluthochdrucks)                                                                                                                                                                       

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Hunde:

  •  Ältere große Hunde: Ihr Haustierarzt hat ein Herzgeräusch oder einen Galopprhythmus gehört oder den Verdacht auf Arrhythmien? Ein Röntgenbild kann zunächst für eine fortgeschrittene Herzerkrankung hinweisend sein, jedoch muss die Pumpkraft und die Klappenfunktion mittels Ultraschall abgeklärt werden. Arrhythmien müssen via EKG abgeklärt werden. Große Hunde neigen eher zu Pumpschwäche und  zu Arrhythmien als kleine Hunderassen. Zögern Sie nicht bei Auftreten eines Herzgeräusches bei Ihrem Tierarzt nach der Möglichkeit einer kardiologischen Untersuchung zu fragen, um eine perfekte Abstimmung der Therapie auf die vorliegende Erkrankung zu erhalten.  
  • Ältere kleine Hunde: Ihr Haustierarzt hat ein Herzgeräusch über dier Mitralklappe festgestellt? Normalerweise ist ein Röntgenbild zunächst aussagekräftig, ob bereits eine Medikamentenindikation besteht oder nicht. Jedoch kann ein Röntgenbild keine Aussage über die Klappenfunktion, die genaue Undichtigkeit der Klappe oder über die Pumpkraft liefern. Deshalb ist in der modernen Tiermedizin aiuch hier ein Herzultraschall die Untersuchung der ersten Wahl.
  • Es bestehen Hinweise auf Bluthochdruck oder Krankheiten, die einen hohen Blutdruck mit sich bringen? (siehe unten)

Verhaltensweisen und Symptome bei Hunden, die möglicherweise auf Bluthochdruck hinweisen:

  • dünneres Fell, Hecheln, Stammfettsucht (Cushing-Überfunktion der Nebennierenrinde)
  • viel Trinken, viel Urinabsatz (Cusching, Diabetes mellitus, Nierenerkrankung)
  • Veränderung der Augen (Blindheit)
  • Belastungsintoleranz 
  • Unruhe, Kopfschmerz

BLUTHOCHDRUCK (HYPERTONIE)

Eine Erhöhung des Blutdrucks (Hypertonie) kann nicht nur zur Schädigung des Herzens, sondern auch der Augen, Nieren und des Gehirns führen! Da verschiedene Erkrankungen eine Hypertonie verursachen können, sollte bei Verdacht eine Kontrolle des Blutdrucks erfolgen. Ziel ist es, neben der Diagnose der Ursache, schnellstmöglich den Blutdruck zu senken, bevor er zu einer irreversiblen Beeinträchtigung der Organe führt.

Organschäden durch Bluthochdruck (Hypertonie):

  •  Auge:Retinopathie/Choroidopathie → akute Blindheit, Einblutungen ins Auge, sekundäres Glaukom, Sehnervenschwellung
  • Niere:Fortschreiten einer chronischen Nierenerkrankung → Nierenversagen
  • Gehirn: Encephalopathie/Hirnschlag → zentralnervöse Symptome
  • Herz und Gefäße:linksventrikuläre Hypertrophie, Arrhythmien, Herzversagen

Ursachen für eine Blutdruckerhöhung bei Hund und Katze:

  • Chronische Nierenerkrankung (CNI) – Hund und Katze
  • Akute Nierenerkrankung (ANI) – Hund
  • Hyperadrenokortizismus (Überfunktion der Nebennierenrinde) – Hund
  • Hyperthyreose (Überfunktion der Schilddrüse) – Katze
  • Diabetes mellitus (Blutzuckerkrankheit) – Hund
  • Phäochromozytom (Tumor des Nebennierenmarks)  – Hund und Katze 
  • primärer Hyperaldosteronismus (Erhöhte Produktion von Aldosteron) – Katze 
  • idiopathisch (Ursache nicht nachweisbar)

4. Checkup geriatrischer Patienten

 

altAlter ist keine Krankheit! Leistungsschwäche wird häufig auf das Alter und auf orthopädische Leiden geschoben. Womöglich leidet Ihr Tier aber an einer Herzerkrankung, an Bluthochdruck oder an einer anderen geriatrischen Erkrankung. Die Lebensqualität kann bei vielen Patienten auch im hohen Alter mit einer angepassten Therapie verbessert werden. Sorgen Sie deshalbrechtzeitig vor!

Bluthochdruck kommt bei einigen Erkrankungen vor, die meistens erst bei älteren Tieren auftreten.