Mobile Kleintierkardiologie
Dr. med. vet. C. Schinner-Peters
Tierärztin
Zusatzbezeichnung Kardiologie (Kleintiere)

FAQs

Mein Tier hat ein Herzgeräusch, muss ich es kardiologisch abklären lassen?

  • Welpen/Kitten: JA! jeder Welpe mit Herzgeräusch muss zeitnah abgeklärt werden! Bitte nehmen Sie sofort Kontakt zu einem Kardiologen auf und warten Sie nicht ab!!!

  • Katzen: JA! Katzen können gutartige und bösartige Herzgeräusche haben. Um zu wissen, ob und welche Erkrankung vorliegt, muss ein Herzultraschall durchgeführt werden. Ein Röntgenbild reicht hier nicht aus.

  • große Hunderassen: JA! Ein Röntgenbild kann zunächst für eine fortgeschrittene Herzerkrankung hinweisend sein, jedoch muss die Pumpkraft und die Klappenfunktion mittels Ultraschall abgeklärt werden. Große Hunde neigen eher zu Pumpschwäche und zu Arrhythmien als kleine Hunderassen. Zögern Sie nicht bei Auftreten eines Herzgeräusches bei Ihrem Tierarzt nach der Möglichkeit einer kardiologischen Untersuchung zu fragen, um eine perfekte Abstimmung der Therapie auf die vorliegende Erkrankung zu erhalten.

  • ältere kleine Hunde. JEIN! Ein Röntgenbild kann aussagen, ob das Herz bereits vergrößert ist oder nicht. Die Therapie wird in der Regel erst kurz vor dem Zeitpunkt der Dekompensation begonnen. Jedoch liefert das Röntgenbild keine Aussage über Klappenbeschaffenheit, Pumpkraft und Größe eines Insuffiezienzjets. Deshalb ist ein Ultraschall aus Kardiologensicht definitiv bei jedem Herzgeräusch indiziert.

 

Wie läuft eine Herzuntersuchung ab?

Vorab werden bestehende Befunde Ihres Tieres ausgewertet und ein ausführlicher Vorbericht erhoben. Dann findet eine klinische Untersuchung Ihrers Tieres statt. Hierbei wird besonders Wert auf das Herz-Kreislauf-System gelegt. Sollten beim Abhören Arrhythmien aufgefallen sein, so ist es sinnvoll zunächst ein EKG durchzuführen. Sollte Ihr Tier unter Atemproblemen leiden, ist es sinnvoll in der Praxis Ihres Haustierarztes zunächst eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbes in mindestens zwei Ebenen durchzuführen. Anschließend erfolgt der Herzultraschall. Hierbei liegt Ihr Tier bequem in rechter Seitenlage auf einem speziellen Herzultraschalltisch mit einer Aussparung auf Höhe des Herzens. Ihrem Tier wird ein EKG angelegt, welches zeitgleich zur Ultraschalluntersuchung läuft. Die Ultraschallsonde wird von unten durch die Aussparung des Tisches an Ihr Tier herangeführt. Nachdem alle Standardebenen von der rechten Seite gemacht wurden, wird das Tier auf seine linke Seite gelegt. Von hieraus werden weitere wichtige Schallebenen eingestellt. Die speziellen Herzmessungen erfolgen nach der Untersuchung anhand aufgezeichneter Bilder, so dass das Tier so kurz wie möglich auf dem Tisch verbringen muss. Anschließend werden Ihnen die Befunde genau erklärt und ein Therapieprotokoll erstellt. Die Medikamente werden bei Ihrem Haustierarzt bezogen. Ihr Haustierarzt kann mich anschließend bei jedem Anliegen bezüglich Ihres Tieres kontaktieren, sodass eine perfekte Betreuung Ihres Herzpatienten stattfinden kann. Ihr Tierarzt wird zudem einen ausführlichen schriftlichen Untersuchungsbericht von mir erhalten.

 

Muss mein Tier für den Ultraschall rasiert werden?

Nein, in der Regel nicht. Bei sehr dickem und langem Fell führt eine Rasur jedoch zu einer deutlich besseren Bildqualität. Katzen und Hunde, welche demnächst zur Ausstellung gehen, werden selbstverständlich nicht rasiert.

 

>Ist die Herzuntersuchung zu anstrengend für mein herzkrankes Tier?

Nein, jede Untersuchung wird so stressfrei wie möglich in ruhiger Athmosphäre gestaltet. Tiere mit akuter Atemnot oder Panik werden nicht auf die Seite gelegt, sondern können mit einem Kurzsono im Sitzen oder Stehen geschallt werden.

 

>Muss mein Tier für die Untersuchung eine Narkose oder Sedation bekommen?

Nein, der Großteil der Hunde und Katzen duldet die Durchführung des Herzultraschalls ohne Narkose oder Sedation. Zudem ist es ohnehin wichtig, vor einer Narkose zu wissen, wie das Herz beschaffen ist, und nicht erst danach. Deshalb wird nur äusserst selten und zwar bei aggressiven oder panischen Tieren eine leichte Sedation oder Narkose durchgeführt.

 

Ausbildung zum Tierkardiologe?

Während der universitären Ausbildung im Bereich Tiermedizin ist es trotz Einhaltung eines hohen Niveaus kaum möglich den Massen an Studenten eine spezialisierte theoretische und praktische Ausbildung im Bereich der Kardiologie anzubieten. Die praktische Durchführung einer Herzultraschalluntersuchung sowie das routinierte Auswerten von EKGs wird im Regelstudiengang kaum vermittelt, sodass eine postuniversitäre Weiterbildung in diesem Bereich unumgänglich ist.
 
In Deutschland gibt es derzeit zwei Möglichkeiten, eine offizielle postuniversitäre Ausbildung zum Tierkardiologen zu erlangen.
 
Die Kleintierkardiologie stellt in Deutschland leider kein eigenes Fachtierarztgebiet dar, sondern eine Zusatzbezeichnung, die einer z.B. in Bayern dreijährigen Ausbildung bei einem weiterbildungsermächtigten Kardiologen bedarf. In dieser Zeit muss eine gewisse Anzahl an erworbenen und angeborenen Herzerkrankungen unter Aufsicht des weiterbildenden Kardiologen durch den angehenden Kardiologen eigenständig abgehandelt werden. Hierzu gehören Diagnostik (mittels klinischer Untersuchung, Herz- und Gefäßultraschall, Röntgen, EKG, Kontrastmittelstudien), Therapie, Notfallbehandlung und sogar Herzkathetereingriffe (Herzschrittmacherimplantation, Pulmonalstenosenballonierung, PDA-Verschluss). Der auszubildende Kardiologe muss seine Fälle schriftlich dokumentieren und diskutieren .Der angehende Kardiologe muss zusätzlich ausreichend Fortbildungen zum Thema Kardiologie besuchthaben.Anschließend müssen werden diese Dokumente von der Tierärztekammer geprüft und der angehende Kardiologe wird zu einer Prüfung bestellt. Abschließend wird der angehende Kardiologe von drei weiterbildungsermächtigten Kardiologen geprüft und darf bei erfolgreichen Abschluss der Prüfung die Zusatzbezeichnung Kardiologie (Kleintiere) als Titel führen.
Leider ist der Anspruch an diese Ausbildung in Deutschland bundeslandabhängig, in Bayern wird ein vergleichsweise sehr hohes Niveau eingehalten.
 
 
Auf internationaler Ebene existiert des Weiteren die Möglichkeit zur Ausbildung zum Diplomate des European College of Veterinary Internal Medicine und des American College of Veterinary Internal Medicine – Dipl. ECVIM-CA (Cardiology) oder Dipl. ACVIM-CA (Cardiology). Diese Ausbildung erfordert fachlich und wissenschaftlich höchste Ansprüche. Diese Form stellt den höchsten Grad postuniversitärer Weiterbildung dar, die ein Tierarzt erlangen kann. Zumeist sind Diplomates an Universitäten oder großen Überweisungskliniken tätig und betreiben neben Medizin auf höchstem Niveau auch wissenschaftliche Arbeit.
 
Außerdem gibt es eine deutschlandweite Organisation von Kardiologen, die offiziell Zuchtuntersuchungen bei Hunden und Katzen durchführen, das Collegium Cardiologicum; (www.collegium-cardiologicum.de). Auch für diese Organisation müssen eine gewisse Anzahl an Fällen unter Aufsicht eines zertifizierten Kardiologen abgehandelt werden und eine praktische sowie theoretische Prüfung bestanden werden.

 

end faq